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Inline-Hexe reitet nicht mehr
Quedlinburg/MZ/ks. Die kleine Gruppe aktiver Inline-Skater in Quedlinburg, die es seit 2000 bei der TSG GutsMuths gibt, hatte jahrelang nach Möglichkeiten gesucht, in heimischer Umgebung einen eigenen Wettbewerb für Skater zu organisieren, um selbst Gastgeber zu sein und nicht immer weit nach Sachsen oder Berlin zu fahren. Die meisten Strecken mussten verworfen werden, weil die Qualität des Straßenbelags das nicht zuließ. Doch 2009, zum GutsMuths-Jubiläum, fand man die Strecke auf der B 6 zwischen Quedlinburg und Westerhausen und nannte diese wegen des ständig wechselnden und damit anspruchsvollen Profils für Skater „Quedlinburger Hexenritt“. Das Echo der Teilnehmer über die Strecke, Auswertung und Betreuung war überwältigend positiv und auch die Zuschauer bekamen einen Eindruck von der Rasanz dieser Sportart. Hatte doch die kleine Abteilung unter Leitung von Martina Groß viele Helfer gefunden und Details liebevoll vorbereitet, so dass sich die Skater aus Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg richtig wohl fühlten. Leider war es nicht gelungen, noch mehr Teilnehmer aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen anzulocken. Die Teilnehmerzahlen blieben 2009 und 2010 jeweils knapp unter 100. Im ersten Jahr gab es noch die Unterstützung der Polizei, die im vergangenen Jahr ausblieb.
Die Frage nach der Fortsetzung dieses Wettbewerbes im Rahmen des Mitteldeutschen Skating Cups war Hauptgegenstand einer außerordentlichen Beratung zu Beginn des Jahres. In den heftigen Diskussionen kam bei allen Mitorganisatoren zum Ausdruck, dass ihnen die Vorbereitung und Durchführung viel Arbeit, aber ebenso viel Freude bereitet hat. Doch keiner will weiter das Risiko mittragen, ohne Unterstützung der Stadt Quedlinburg, der Feuerwehr und vor allem der Polizei die nicht ganz gefahrenlose Sportart zu organisieren. Mehrfache Gespräche dazu führten zu keinem positiven Ergebnis. Es sei „den Kameraden nicht zuzumuten“, war ein Argument einer Rathaus-Verantwortlichen. Auch auf die Unterstützung der sonst hilfsbereiten Kameraden der Feuerwehr Westerhausen musste kurz vor Ende des Rennens wegen eines anderen Einsatzes verzichtet werden. Noch zu heftig waren die unvernünftigen Reaktionen von unbelehrbaren Verkehrsteilnehmern vor den Augen der Organisatoren, die ungeachtet der Helfer und Absperrmaßnahmen die Strecke während des Wettkampfes befuhren. Aus diesen Gründen haben sich die Quedlinburger Skater schweren Herzens entschieden, dass die Inline-Hexe nicht mehr im Vorharz reiten wird. „So entsteht wieder der weiße Fleck zwischen Niedersachsen und Sachsen, den wir GutsMuths-Skater tilgen wollten. Doch allen Helfern aus den verschiedensten Abteilungen unseres Vereins, dem GutsMuths-Gymnasium, aus dem Freundeskreis und aus Westerhausen wollen wir nochmals unseren Dank aussprechen“, bedauerte auch Vereinsvorsitzender Konrad Sutor und lobte die Arbeit der aufwändigen Vorbereitung. |